Übergang in die Sekundarstufe I

 

Die Übergangsgestaltung der Grundschule zur weiterführenden Schule ist eine besonders wichtige Aufgabe der Grundschule. Nachdem wir unseren Schülern die Grundfertigkeiten für das Schulleben vermittelt haben, bzw. sie sich diese durch unsere vorbereitete Lernumgebung angeeignet haben, geht es in der Klasse 4 nun darum, unsere Schülerinnen und Schüler auf einen neuen wichtigen Lebensabschnitt vorzubereiten. Um sie für die weiterführenden Schulen fit zu machen, haben wir verschiedene Angebote in unser Schulleben integriert.

Eines der wichtigsten Ziele im Übergang ist es, für jedes Kind die richtige Schule zu finden. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen wir während des Übergangs auf eine intensive Elternberatung. Wir wollen Eltern professionell beraten und ihnen Sicherheit in ihrer Entscheidung geben. Im Idealfall gelingt es uns dabei, unsere Empfehlung in Einklang mit dem Elternwunsch zu bringen.

Die Zusammenarbeit mit den weiterführenden Schulen der Stadt Herne ist eine weitere wichtige Säule in der Übergangsgestaltung. Für die Stadt Herne sind dazu Handlungsempfehlungen herausgegeben worden. Einige der hier dargestellten Kooperationsvorhaben sind schulübergreifend organisiert.

Im Folgenden erläutern wir, wie wir den Übergang für alle Beteiligten (Lehrer/innen, Eltern / Schüler/innen) adäquat gestalten.

 

Elternberatung

Eltern haben in Nordrhein-Westfalen das Recht auf eine freie Schulformwahl. Damit Eltern ihr Wahlrecht ausüben können, benötigen sie viele Informationen und Entscheidungshilfen. Diese wollen wir ihnen geben und sie professionell vorbereiten.

Klassenpflegschaftssitzungen

Im Rahmen der ersten Klassenpflegschaftsversammlung des vierten Schuljahres bekommen die Eltern die ersten Informationen zum Verfahrensablauf für den Übergang zu den weiterführenden Schulen.

 

Informationsabend weiterführende Schulen

Vor den individuellen Beratungsgesprächen mit einzelnen Eltern, informieren die Schulleitung und die Klassenlehrer/innen des Jg. 4 die Eltern über die verschiedenen Schulformen des Landes NRW.  Den Eltern werden die zeitlichen Abläufe des Übergangs erläutert und mögliche Entscheidungshilfen aufgezeigt. An diesem Abend erhalten die  Eltern die Möglichkeit, allgemeine Fragen zum Übergang zu stellen.

 

Informationsmaterial

Die Informationsweitergabe stellt eine weitere Beratung dar. Folgendes Infomaterial erhalten die Eltern von uns:

=> „Wege nach der 4“ - Eine Information des Fachbereichs Schule und Weiterbildung der Stadt Herne.

     In diesem Informationsheft der Stadt Herne finden Eltern alle weiterführenden Schulen als Steckbrief aufgelistet und 

     erhalten eine gute Übersicht über die Herner Schullandschaft.

 

=>  Übersicht über die „Tage der offenen Türen“. Das Sekretariat stellt eine Übersicht zusammen, damit die Eltern über

      die Tage der offenen Türen an den weiterführenden Schulen informiert werden.

 

=> „Die Sekundarschule I in NRW. Informationen für Eltern“ herausgegeben vom Ministerium für Schule und

      Weiterbildung des Landes NRW

 

=>  Flyer der weiterführenden Schulen, falls diese bei uns abgegeben werden.

=>  Infobriefe über das Anmeldeverfahren

 

Beratungsangebote

Das wichtigste Beratungsangebot im Rahmen des Überganges stellt für uns das Einzelgespräch der Eltern mit der Klassenleitung dar.  

Diese sollte von beiden Seiten gut vorbereitet sein. Während die Klassenleitung sich mit Fachkollegen berät und ihre Langzeitbeobachtung über das Arbeits- und Sozialverhalten, sowie die gesamte Lernentwicklung des Kindes in den Blick nimmt und ggf. noch ergänzende Diagnoseverfahren einsetzt, um sich auf das Gespräch vorzubereiten, bekommen auch die Eltern einen Einschätzungsbogen vor dem Gespräch ausgehändigt, indem sie das Arbeits- und Sozialverhalten  und die Leistungen ihres Kindes in den Blick nehmen.

Folgende Bereiche werden für das Beratungsgespräch in den Blick genommen:

=> Leistungen in den Fächern

=> Denkfähigkeit

=> Arbeitsverhalten

=> Sozialverhalten

=> Lernentwicklung der gesamten Grundschulzeit

=> Elternwunsch

=> Empfehlung der Klassenleitung

=> Schweigepflichtsentbindung für die Gespräche mit den weiterführenden Schulen

Zum Ende des Gespräches protokolliert die Klassenleitung gemeinsam mit den Eltern das Gesprächsergebnis in einem Kurzprotokoll. Möchten die Eltern sich noch nicht festlegen, wird dies ebenfalls festgehalten.

 

Außerschulische Ergänzungsangebote

Ergänzende Beratungsmöglichkeiten bietet die Stadt Herne an. Auf diese Beratungsangebote werden die Eltern am Informationsabend aufmerksam gemacht. An folgende Stellen können Eltern sich wenden:

=> Schulleitungen und Beratungslehrer der weiterführenden Schulen

=> Familien- und Schulberatung der Stadt Herne

=> Kommunales Integrationsbüro insbesondere für Familien mit Einwanderungsgeschichte

 

 

Fit machen für den Übergang - Übergang gestalten - Kinder stärken

Unsere Schülerschaft ist sehr heterogen. Deswegen ist es für uns eine große Herausforderung alle Kinder für den Schulalltag der weiterführenden Schule fit zu machen. Dabei orientieren wir uns an den Kompetenzanforderungen der verschiedenen Lehrpläne der Fächer. Wir wollen durch unsere im Schulprogramm festgelegten Fördermöglichkeiten alle Kinder fördern. Aber nicht nur die Leistungen eines Kindes sind für einen erfolgreichen Übergang entscheidend. Unsere Schülerinnen und Schüler wollen wir auch emotional auf den Übergang vorbereiten. Hierzu gehört es, dass die aufgebaute Bindung zu unserer Schule zum Ende des Schuljahres gelöst wird und der Abschied den Kindern nicht allzu schwer fällt oder gar überraschend kommt. Deswegen thematisieren wir mit den Kindern den Übergang regelmäßig im Unterricht, um sie auf ihren neuen Lebensabschnitt vorzubereiten. Wir gestalten mit ihnen Abschieds- oder Erinnerungsbücher für ihre Schulzeit, singen Abschiedslieder, bereiten Abschiedsfeiern für die Schulgemeinde vor, feiern einen Abschlussgottesdienst und organisieren Ausflüge zum Abschied.

Im Unterrichtsalltag geben wir immer mehr Verantwortung an sie ab, sei es durch die Selbstorganisation der Materialien wie Heftführung, Mappenorganisation oder die  Hausaufgaben. Aber auch im Schulalltag übernehmen sie Pflichten in den Pausen und organisieren eigenverantwortlich die Ausleihe des Pausencontainers.

In unserer Stundenplanung achten wir darauf, dass die 4. Klassen  auch Fachlehrerunterricht haben, um sie auf die Fachlehrerwechsel der weiterführenden Schulen vorzubereiten.

 

Besondere Förderangebote

Weiterhin werden unsere Schülerinnen und Schüler durch klassenübergreifende Förderangebote gefordert und gefördert. Der LRF und DYS- Unterricht berücksichtigt dabei die lese-rechtschreib- und matheschwachen Schülerinnen und Schüler.  Der DaZ-Förderunterricht nimmt weiterhin unsere Kinder mit Zuwanderungsgeschichten bzw. mit anderer Muttersprache in den Blick und soll Bildungsungerechtigkeiten weiter minimieren. Im LS-Förderunterricht konfrontieren wir unsere Schülerinnen und Schüler mit Aufgabenstellungen eines erhöhtem Niveaus. Dabei werden insbesondere die Fächer Mathe, Deutsch, Sachunterricht und Englisch miteinbezogen.

Im Rahmen der Online-Diagnose führen wir den Test „Fit für Klasse 5“ durch und gestalten im Anschluss individuelle Fördermappen für die letzten Wochen, um Unterrichtsinhalte zu wiederholen oder zu vertiefen.

 

Anmeldeverfahren

Das Anmeldeverfahren wird wie folgt gestaltet:

Die Eltern erhalten bei der Zeugnisausgabe alle wichtigen Unterlagen für die Anmeldung. Dazu gehören:

=> Der Anmeldeschein für die weiterführende Schule.

=> Das Halbjahreszeugnis und eine Kopie des Zeugnisses mit begründeter Schulformempfehlung.

=> Ein Anschreiben der Stadt Herne mit Anmeldezeiten und besonderen Hinweisen der weiterführenden Schulen.

Mit diesen Unterlagen melden die Eltern ihre Kinder an einer weiterführenden Schule an. Die Rückläufe der Anmeldescheine werden im Sekretariat überprüft.

Sollten von Kindern keine Rückläufe der Anmeldungen vorliegen, sucht die Klassenleitung ein weiteres Gespräch, in der Regel zunächst telefonisch, um sich nach den Gründen zu erkundigen, warum das Kind nicht angemeldet wurde, und fordert die Eltern auf, schnellstmöglich eine Anmeldung vorzunehmen.

 

Übergangsbegleitung bei Kindern mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf

Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Ünterstützungsbedarf nehmen an dem allgemeinen Anmeldeverfahren nicht teil.

Sehr zeitnah nach den Herbstferien findet ebenfalls ein Beratungsangebot für die Eltern statt. An diesem Gespräch nimmt sowohl die Klassenleitung als auch der Förderschullehrer teil.

Folgende Bereiche werden für das Beratungsgespräch in den Blick genommen:

=> Leistungen in den Fächern

=> Arbeitsverhalten

=> Sozialverhalten

=> Lernentwicklung während der gesamten Grundschulzeit

=> Beratung über weitere sonderpädagogische Fördermöglichkeiten in den Regelschulen der weiterführenden Schulen und in den Förderschulen

=> Elternwunsch für die weitere Beschulung ( hier: Förderort / Die Eltern dürfen einen Wunsch einer Schule äußern, das Schulamt entscheidet jedoch über den Förderort.)

=> Empfehlung der Klassenleitung und des Förderschullehrers

=> Schweigepflichtentbindung für weitere Gespräche

Zum Ende des Gespräches protokolliert der Förderschullehrer gemeinsam mit den Eltern das Gespräch in einem Protokollbogen, der jährlich vom Schulamt der Stadt Herne zur Verfügung gestellt wird. Sollten die Eltern sich noch nicht festlegen wollen, muss zeitnah ein weiterer Gesprächstermin vereinbart werden, da der Protokollbogen in der Regel im November an das Schulamt übersandt wird. Das Schulamt informiert dann die Eltern darüber, zu welcher Schule ihr Kind zugewiesen wird.

 

 

Kooperation mit den weiterführenden Schulen

Die Kooperation mit den weiterführenden Schulen ist ein wesentlicher Bestandteil des Überganges. Diese Kooperation wird wie folgt gestaltet:

=> Weitergabe und Aushänge von Informationen der weiterführenden Schulen

=> Hinweise auf Veranstaltungen an den weiterführenden Schulen für die Eltern (z.B. Tag der offenen Tür, Schnupperstunden, etc.)

=> Austausch zwischen den Klassenleitungen und Stufenleitungen des Jg.5

=> Teilnahme an gegenseitigen Hospitationen für Lehrerinnen und Lehrer

=> Teilnahme am Lehrer/innensprechtag

=> Teilnahme an gemeinsamen Fortbildungsveranstaltungen zu stadtinternen Themen der Übergangsgestaltung

=> Teilnahme an dem Projekt "Schatzkiste"

Die genaue Gestaltung des Überganges mit den weiterführenden Schulen ist in dem Konzept „Kinder stärken, Lehrkräfte stärken, Eltern stärken / Handlungsempfehlung zur Verbesserung der Übergänge von den Primarstufenschulen zu den Schulen der Sekundarstufe I“ der Stadt Herne niedergeschrieben, die für unsere Schule als Grundlage der Zusammenarbeit dient.