Gemeinsames Lernen an der Horstschule

 

Im Jahre 2009 wurde die UN-Resolution über die Rechte von Menschen mit Behinderung rechtsgültig. Diese beinhaltet in Artikel 24 den Auftrag zur Verwirklichung eines inklusiven Schulsystems. Schulische Inklusion bedeutet die Verantwortungsübernahme der allgemeinen Schule und das gemeinsame Lernen für alle Schülerinnen und Schüler. Die allgemeine Schule versteht sich danach als grundsätzlich zuständig für alle Kinder mit ihren unterschiedlichen Entwicklungsbedingungen. Die notwendige Unterstützung wird im Kontext einer Lerngruppe innerhalb des Regelsystems gestellt. Das betrifft nicht nur die Kinder, die im engeren Sinne als Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf gelten, sondern zum Beispiel auch Kinder, die vorübergehend in schwierigen Lebenslagen sind, in sozialer Randständigkeit leben, aufgrund von herkunftsbedingten Sprachproblemen zusätzliche Unterstützung benötigen oder einen anderen kulturellen Hintergrund haben. Ein inklusiver Unterricht ist gekennzeichnet durch die Tatsache, dass er den Unterstützungsbedarf der gesamten Lerngruppe im Blick hat und nicht nur die individuellen Förderbedürfnisse einzelner ausgewiesener Kinder.

 

 

Leitlinien der inklusiven pädagogischen Arbeit

 

=> Wir gestalten den Unterricht so, dass wir in größtmöglichem Maße gemeinsames Lernen ermöglichen

=> Wir sehen Heterogenität als pädagogische Chance und Herausforderung an

=> Unsere pädagogische Arbeit setzt an den Stärken der Kinder an

=> Wir kooperieren für erfolgreiches Gemeinsames Lernen

 

Situation der Schule

Unsere Schule ist seit dem Schuljahr 2015/16 Schule des Gemeinsamen Lernens.

Für die erfolgreiche Durchführung des Gemeinsamen Unterrichts steht uns zurzeit ein Sonderschullehrer zur Verfügung.

Der gemeinsame Unterricht findet in der Regel im Klassenraum statt. In jedem Klassenraum befindet sich eine ruhige Ecke, in der die Förderkinder bei Bedarf mit Hilfe des Sonderschullehrers arbeiten können. Im oberen Stockwerk der Schule steht ein kleiner Förderraum zur Verfügung, der mit bis zu vier Kindern zum Unterricht in Kleingruppen genutzt werden kann. Auch der Computerraum oder ein Raum im Gebäude der OGS können mit Gruppen genutzt werden.

Zur gezielten Diagnoseerstellung stehen verschiedene Karteien, Materialien und Diagnoseboxen zur Verfügung, die auch zur Ermittlung des Förderbedarfs der Kinder eingesetzt werden können. Standardisierte Testverfahren, die bei der Durchführung eines AO-SF hilfreich sein können, stellt das Komo-Team des Schulamtes der Stadt Herne zur Verfügung.

 

Förderpläne

Für jedes Kind mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf und für jedes Präventivkind wird in regelmäßigen Abständen  ein Förderplan erstellt. Die Pläne für Kinder im Gemeinsamen Lernen werden vom Sonderschullehrer in Absprache mit den unterrichtenden Lehrer/innen angefertigt und in der jeweiligen Klasse hinterlegt. Die Verantwortung für die Pläne für Präventivkinder liegt bei der Klassenlehrerin. Der Sonderschullehrer ist in diesen Fällen beratend tätig.

In regelmäßigen Gesprächen werden die Eltern über den Inhalt der Förderpläne informiert und individuell beraten. Vor der Erstellung eines neuen Förderplanes werden die bestehenden Fördermaßnahmen evaluiert und neue Fördermaßnahmen nach dem aktuellen Förderbedarf des Kindes abgesprochen.

 

Zielgleiche und zieldifferente Förderung

Im Gemeinsamen Unterricht  werden Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf entweder zielgleich oder zieldifferent gefördert.

Bei zielgleicher Förderung dienen als Grundlage für den Unterricht die Richtlinien und Lehrpläne der Grundschule. In der Regel sind keine großen Abweichungen vom Unterrichtsstoff der Regelkinder notwendig. Entsprechend seines Förderbedarfs erhält das Kind zusätzliche sonderpädagogische Förderung durch den Sonderschullehrer, so bekommt z.B. ein Kind mit dem Förderbedarf Sprache zusätzliche Sprachförderung.       

Bei zieldifferenter Förderung dienen als  Grundlage für den Unterricht die Richtlinien und Lehrpläne der zuständigen Förderschule, z.B. der Schule für den Förderschwerpunkt Lernen. Ziel bei Kindern mit zieldifferenzierter Förderung ist es, möglichst viele Unterrichtssituationen zu schaffen, die das Lernen an einem gemeinsamen Thema mit allen Kindern ermöglichen.